Home / Presseartikel / Lahrer Zeitung / Man sieht (und spielt) nur mit dem Herzen gut

 

Seelbach. Man spielt nur mit dem Herzen gut. Eben genauso, wie es die Darsteller der Theater-AG der Realschule tun. Das bekannteste Werk des französischen Dichters Antoine de Saint-Exupéry, »Der Kleine Prinz«, brachten die engagierien Mimen insgesamt fünfmal auf die Bühne.

Anne Petersen, die den kleinen Prinzen spielte, vermochte die Botschaft des zwar kindlich-naiv erzählten, aber dennoch mit vielen geheimnisvollen Gleichnissen arbeitenden Märchens durch ihr Spiel deutlich zu vermitteln. Dabei verband sie die Szenen zusammen mit den anderen Akteuren zu einer bezaubernden Erzählung über Freundschaft, Liebe und Leben.

Der Erzähler (Alisa Himmelspach) muss mit seinem Flugzeug mitten in der Sahara notlanden. Da begegnet er einem Jungen, der ihm verrät, er sei ein Prinz von einem kleinen Stern. Den verließ er, als er an der Liebe seiner Rose (Laura Zimmer) zu zweifeln begann. Sie versteckte nämlich ihre Zuneigung hinter widerspenstigem Reden. Dass dies nur aus Scham und Angst geschah, verstand der kleine Prinz noch nicht.

Auf seiner langen Reise durch den Weltraum traf der kleine Prinz einen König ohne Untertanen (Hans Herr), der nur befahl, was ohnehin geschah, den Eitlen (Elias Klasen), der ständig bewundert werden wollte. einen Säufer (Mirco Maier) und den Geschäftsmann (Jonas Hummel), der die Sterne kaufen und besitzen wollte. Das alles ist ihm völlig unverständlich. Was er jedoch auf dem fünften Planeten beobachtete, gefiel ihm. Da zündete ein Mann (Anja Schwendemann) bei Sonnenuntergang die Laternen an und löschte sie wieder bei Morgendämmerung. Aber der Laternenanzünder teilte die Begeisterung seines Besuchers nicht, denn sein Planet rotierte immer schneller, und er musste immer häufiger nach den Laternen sehen. Der Geograf (Kathrin Benz), den der kleine Prinz dann traf, erschreckte ihn mit der Behauptung, Blumen seien vergänglich und unbedeutend.

Nachdem er auf die Erde gefallen war, lernte der Prinz Menschen wie die Marktleute kennen, die alles mögliche verkaufen. Davor gehen in einem wunderschönen Duett die Blume (Miriam d’Adamo) und der kleine Prinz auf die Suche nach Menschen. Erst nachdem er den Fuchs (Sofia Ferrante) trifft, der ihm das Geheimnis verrät, dass man nur mit dem Herzen gut sieht, versteht der kleine Prinz, dass seine Rose für ihn einmalig ist und er sich um sie kümmern muss. Um heimkehren zu können, lässt er sich von einer Giftschlange (Nina Nerpel) beißen, lässt seine Hülle zurück und bleibt dennoch unvergessen.

Im gemeinsamen Abschlusslied »Prinzen gehn nicht mehr in Samt und Seide« verabschiedeten sich die Spieler vom donnernd applaudierenden Publikum.

 
 

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