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Die Theater-AG der Realschule hat am Freitagabend die Bretter betreten, die die Welt bedeuten. Im vollbesetzten Bürgerhaus boten die jungen Schauspieltalente eine meisterhafte Inszenierung des Klassikers „Emil und die Detektive" von Erich Kästner. Mit Herzblut, witzigen Dialogen und toller Umsetzung der Charaktere spielten und sangen sich die Schüler in die Herzen eines restlos begeisterten Publikums.

Die monatelangen Proben und intensiven Vorbereitungen konnten die Schüler nun endlich mit der Premiere krönen, nachdem sie vergangene Woche bereits täglich eine Aufführung für ihre Mitschüler und die Schulen der umliegenden Gemeinden gemeistert hatten. Und so begaben sich Emil Tischbein und seine Detektive in die Welt der Kriminalistik und auf gemeinsame Verbrecherjagd: Der Junge Emil (Kristina Fehse) lebt mit seiner Mutter (Carolin Harder) in wohlbehüteten Verhältnissen und darf in den Osterferien eine weite Reise zur Großmutter nach Berlin antreten. Die sauer ersparten 140 Mark für die Oma und die Zugfahrt verwahrte er in seinem Jacket, den Abschied am Bahnhof besang der Chor der Klassen fünf und sieben mit dem Stück „Der schnelle D-Zug nach Berlin".

Dort angekommen, merkte er schnell, dass die Welt viel schlechter war als er dachte: Der Ganove Grundeis (Jonas Hummel) hatte ihm im Zugabteil dreist sein Geld abgenommen, während er ein Nickerchen hielt. Mit dem Lied „Das Geld ist weg — so ein Dreck" sang sich Emil den Frust von der Seele. Dieser verflog jedoch flugs in dem Moment, als ihm der Berliner Junge Gustav (Mirco Maier) am Bahnhof spontane Hilfe anbot und seine Bande antreten ließ. Schnell war ein Plan geschmiedet und mit der „Parole Emil" starteten die Kinder mit Namen Professor (Nina Nerpel), der Kleine Dienstag (Chiara D’Adamo), Traugott Bleuer (Stefanie Welle), Krummbiegel (Anna-Lens Griesbaum), Mittendrei (Annaleen Reith) und Mittenzwey (Vanessa Messner) ihre Verfolgungsjagd auf den dreisten Dieb bis ins Hotel Kreid.

Währenddessen warteten die besorgte Oma (Lena Kopf) und Emils Cousine Pony Hütchen (Annika Schwörer), die gekonnt mit Berliner Schnauze auffährt, vergebens am Bahnsteig auf ihren Emil. Der brave Junge hatte unterdessen bereits einen aufklärenden Brief für die Großmutter in Auftrag gegeben, die perfekte Organisation der Detektive ließ nichts außer Acht und so nahm das Abenteuer seinen Lauf: Mit einem Trick und der Unterstützung des Pagen (Celine Griesbaum) lockten die kleinen Ermittler den Ganoven aus seinem Zimmer, um nach dem Geld zu suchen — vergeblich. Sie fanden nicht einmal eine Zahnbürste. Doch so leicht gaben sich die Freunde nicht geschlagen: Im nächtlichen Schichtdienst wurde jeder Schritt des Übeltäters überwacht; als dieser am nächsten Morgen das Hotel heimlich verließ und sich in eine Bank flüchtete, um das gestohlene Geld zu wechseln, umzingelten ihn die Kinder. Grundeis fühlte sich zu Unrecht beschuldigt und verlangte nach Beweisen. Der schlaue Emil erinnerte sich, das Geld mit einer Stecknadel in der Jackentasche befestigt zu haben und so fanden sich tatsächlich kleine Löcher in den Scheinen: Der Bösewicht war überführt. Der Bankangestellte rief sogleich die Polizei und die verhaftete den Ganoven Grundeis.

Emil durfte sich beim Kommissar (Hans Herr) sein Geld zurückholen und als sich herausstellte, dass der Dieb zu dem ein gesuchter Bankräuber war, gab es noch eine Belohnung von 1000 Mark obendrauf. Das war ein gefundenes Fressen für die Presse, die auch sogleich einen Reporter (Anja Schwendemann) und Fotografen (Aaron Ruffert) zur Wache schickte, um die Kinder zu interviewen.

Nach all den Aufregungen trafen sich Emil und seine Freunde in Großmutters Wohnzimmer, um den Erfolg gebührend zu feiern. Unterdessen war auch „Muttchen", wie Emil seine Mama liebevoll nannte, nach Berlin gereist.

„Wir sind stark wie eine Lokomotive —Emil und seine Detektive", lautete das gemeinsam gesungene Fazit des Abenteuers. Die Zuschauer brachten ihre Begeisterung für die großartigen Schauspieler, die tolle selbstgebastelte Kulisse und den schönen Gesang des Chors mit reichlich Applaus zum Ausdruck.

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