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SEELBACH. Das Elektrizitätswerk Mittelbaden hat dem Förderverein des Kooperativen Bildungszentrum Seelbach einen Betrag in Höhe von 2000 Euro für die Lernbereiche Physik und Chemie gespendet. Um nicht einfach nur einen Scheck anzunehmen und gewohnt zur Tagesordnung überzugehen, hat sich Manfred Kienzler, Vorsitzender des Fördervereins und ehemaliger Rektor der Realschule Seelbach, als Anerkennung für die großzügige Spende etwas Besonderes überlegt und einen Vortrag über erneuerbare Energien gemeinsam mit einem Vertreter des E-Werks organisiert. Die Schüler der neunten Klassen zeigten erstaunlich gut mit dem Thema vertraut.

Angesichts des Streitthemas Atomkraftwerke und dem geplanten Ausstieg bis zum Jahr 2022 gewinne die Frage der Kompensation durch regenerative Energien einen immer höheren Stellenwert in der Gesellschaft, so Kienzler. Dies werde vor allem die heutige Jugend betreffen. Die Schule sehe sich als Bildungsträger in der Verantwortung, ein ökologisches Bewusstsein und Engagement der Schüler zu wecken, stellte Kienzler fest.

Martin Wenz, Geschäftsführer der Wasserkraft GmbH des E-Werks Mittelbaden, hatte gestern für die rund 100 Schüler der neunten Klassen der Werkreal- und Realschule reichlich Information mitgebracht. Anhand einer Bilder- und Zahlenpräsentation erläuterte Wenz die landesweiten Projekte zum Ausbau der regenerativen Stromversorgung und dem firmeneigenen Beitrag zur Energiewende. So erfuhren die Schüler, dass die Zukunft hierbei den vier Standbeinen Photovoltaik (Stromgewinnung durch Solarzellen), der Offshore-Windkraft (Windkrafträder im Meer), der Onshore-Windenergie (Windanlagen auf dem Land) und der Wasserkraft gehören wird.

Der Aspekt der Ausgewogenheit zwischen Ökologie und Ökonomie stand im Gespräch mit den Schülern an oberster Stelle und bot reichlich Diskussionsbedarf für die klassischen Interessenkonflikte beim Ausbau der Energienetze unter Berücksichtigung der Eingriffe in die Na tur. Wenz erklärte hierzu, dass beispielsweise beim Bau der Offshore-Anlagen in der Nord- und Ostsee die dort lebenden Schweinswale durch die lauten Schallwellen geschädigt würden. Um dies zu verhindern, werde um die Baustelle ein großer Schlauch — ein sogenannter Blasenschleier — mit Löchern installiert. Die aufsteigende Luft schütze die Wale somit vor dem Schall.

Der Ausbau von Windkrafträdern im Meer wie auch auf dem Land führe zu Veränderungen im Landschaftsbild. Und auch beim Stromtransport von den Offshoreanlagen in die großen Industrie- und Ballungszentren gebe es reichlich Handlungsbedarf. Bislang komme der Strom aus zentrumsnahen Atomkraftwerke, bis zum Atomausstieg müssten jedoch etliche Hochspannungstrassen von Nord nach Süd ausgebaut werden, was wiederum mit Problemen bezüglich vorhandener Naturschutzgebiete, Brücken, Bahnverkehr oder nahegelegenen Wohngebieten kollidiere.

Die Stromerzeugung mit regenerativen Energien habe sich auch in Seelbach verbessert. So sei die Versorgung mit Photovoltaik und Wasserkraft von 2006 bis 2010 um die Hälfte gestiegen. Nicht nur die Information stand an diesem Morgen im Vordergrund. Martin Wenz lud zum Abschluss interessierte Schüler zu einem Schnupperpraktikum für eine Berufsausbildung beim E-Werk im technischen oder kaufmännischen Bereich ein.

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