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SEELBACH. Eine geheime Bruderschaft, der Teufel als Gevatter, schwarze Schule, geheimnisvolle Magie und die verführerische Verlockung der Macht: Die nicht leichte literarische Kost des Stücks „Krabat" von Otfried Preußler hat die Theater-AG der Realschule seinem großen Publikum am Freitagabend mit Bravour serviert.

Die Schauspieler überzeugten im Bürgerhaus mit Textsicherheit, Mimik und Gestik und sichtlicher Freude am Spielen — eine spannende und überaus gelungene Inszenierung, die vielseitiges Talent zu erkennen gab.

Das Stück Krabat erzählt von der Kraft der Liebe und von der Freundschaft, die am Ende doch über alles Böse siegt. Auch der Waisenjunge Krabat durfte diese Erfahrung machen, der Weg dorthin aber war gepflastert mit bösen Machenschaften. Er gerät in die Fänge seines Zaubermeisters, genießt zunächst die Kraft der schwarzen Magie, erlebt geheimnisvolle Rituale, macht Bekanntschaft mit dem Teufel und dem Tod, um immer mehr zu erkennen, dass der Preis der Macht viel zu hoch ist. So düster und gruselig spielte sich die Geschichte auf der Seelbacher Bühne dann aber doch nicht ab. Die jungen Schauspieler transportierten Leichtigkeit, erfrischten mit humorigen Einlagen und räumten der Freundschaft, den Träumen, schönen Gefühlen und der Auflehnung genügend Platz ein, um in der Aufführung eine gesunde Balance zwischen Gut und Böse zu halten.

Krabat (Anja Schwendemann) ist erst 14 Jahre alt und ganz alleine, als er in Zei ten des Nordischen Krieges im 17. Jahrhundert durch die trostlose Gegend zieht und eine innere Stimme ihn zu der Mühle in Schwarzkollm ruft. Der vermeintliche Müller (Kristina Fehse) entpuppt sich als mysteriöse Gestalt, die im Pakt mit dem „Herrn Gevatter" (Leonie Göppert) steht und diesem jedes Lahr einen seiner Lehrjungen opfert. Krabat ist zunächst glücklich mit der Arbeit in der Mühle und genießt die Vorzüge der Zauberei, die der Lehrmeister den Mühlknappen (Nina Nerpel, Jonas Hummel, Chiara d’Adamo, Stefanie Welle, Aaron Ruffert, Anna Erb) mit strenger Hand lehrt. Erste Zweifel wachsen, als der Gevatter nächtens in der Mühle Säcke mit Zähnen und Knochen aufladen lässt. Mit dem Altgesellen Tonda (Judah Suarez) verbindet Krabat mehr und mehr eine tiefe Freundschaft, bis dieser auf rätselhafte Weise stirbt. Krabat durchschaut das böse Spiel, Hoffnung gibt ihm das Mädchen Kantorka (Anna-Lena Griesbaum), das ihm einmal begegnet und fortan in seinem Träumen erscheint.

Auch der Meister wird misstrauisch, hofft aber auf die Übermacht des Zaubers und Schwäche seines Musterschülers und bietet ihm seine Nachfolge an. Krabat lehnt entschlossen ab und verliert seine Zauberkräfte. Um den Bann zu brechen, muss Kantorka in der Silvesternacht ihren Geliebten unter all den Gesellen mit verbundenen Augen erkennen. Krabat hat große Angst um sie, doch genau diese spürt das Mädchen, so dass die schwere Prüfung gelingt und der schreckliche Zauber ein Ende hat.

Ein großes Lob hat sich neben den Schauspielern der Chor der Klassen 5b und 6a verdient sowie das Team hinter der Bühne, das die Inszenierung mit einer kunstvollen Kulisse, der passenden Maske und zahlreichen Licht- und Toneffekten vollendete.

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