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Angefangen hat der Schwerpunkt des musischen Profils der Realschule Seelbach mit der Ernennung von Manfred Kienzler zum Realschulkonrektor an der Realschule Seelbach im Jahre 1981; die ersten Vorstellungen fanden im Zusammenhang mit den Schulentlassungsfeiern in der Aula des Kooperativen Bildungszentrums Seelbach statt. „Der fahrende Schüler im Paradeis“ von Hans Sachs war das erste Stück, das die Theater-AG ohne Bühne und ohne Vorhang zeigte. Mit den ersten großen Stücken wechselte man dann ins Bürgerhaus im Klostergarten, wo seither das Schultheater der Realschule zum festen Jahresprogramm gehört.

„Hinter jeder Schultheater-Aufführung steht ein klares pädagogisches Konzept. Gefördert werden sollen neben dem Abbau und Überwinden von Hemmungen und der Entwicklung des Selbstwertgefühls vor allem die Leistungs- und Verantwortungsbereitschaft, die Kommunikationsfähigkeit, die Selbstdisziplin und die Selbstständigkeit. Alle Bemühungen wären von Anfang an zum Scheitern verurteilt, wenn sich nicht die vielen Fachbereiche in der Vorbereitung und Durchführung beteiligen und die Theater-AG mit Rat und Tat unterstützen würden.“

So schrieb es Manfred Kienzler im Oktober 1996 anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Realschule Seelbach. Und dieses Konzept hat an Bedeutung nicht verloren, sondern auch durch die veränderten erzieherischen Bedingungen an Inhalt und Tiefe gewonnen. Ohne den Einsatz der Unterrichtsfächer Deutsch, Technik, Mensch und Umwelt, Musik und Bildende Kunst, inzwischen ergänzt um den Bereich Medientechnik, wäre das alljährliche Theaterspiel nicht denkbar.

Während in den ersten Jahren Lehrkräfte nur teilweise als Schauspieler/innen eingebunden waren, fanden sich bei den auf Märchen konzentrierten Themen richtige Charakterrollen und das Publikum erwartete diese Mimenmischung aus Schüler/innen und Lehrer/innen. Zu den großen Theaterabenden mit Manfred Kienzler zählten „Einen Tag nur Sultan sein“, „Die drei Rätsel des Feuerfalken“, „Der schwarze Kristall“, „Robinson soll nicht sterben“ und „Momo“.

2001 übernahmen Klaus Kuhn und Reinhold Studer das Schultheater und konzentrierten sich auf die musikalische Umsetzung von Märchen. Die Zahl der beteiligten Schüler/innen stieg an – was auch die Planung in der Schule während der Theater-Projektwochen vor große Herausforderungen stellte und im Schuljahr 2005/2006 zu einer Selbstevaluation „Theater“ führte. Die Hälfte aller Schüler/innen der Realschule war mitunter eingebunden: Schauspieler/innen, Orchester, Chor, Bühnenarbeiter/innen, Techniker/innen, die Zahl der beteiligten Lehrkräfte wurde auf reine Erwachsenenrollen reduziert, wobei die Schüler/innen zunehmend auch diese Rollen übernahmen und mit der „dritten Generation“ der Theater-AG der Realschule Seelbach ab 2008 alle Rollen inzwischen von Schüler/innen gespielt werden.

2011 übernahmen Alexandra Wolpert-Kleile, Tuulia Wulf & Patrick Moser die Leitung der Theateraufführungen.

Aufführungen der Theater-AG in den letzten Jahren:

2017 – Die Wolke

2016 – Die Welle

2014 – Momo

2013 – Das Tagebuch der Anne Frank

2012 – Krabat

2011 – Emil und die Detektive

2010 – Tom Sawyer

2009 – Der kleine Prinz

2008 – Die Bremer Stadtmusikanten

2007 – Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

2006 – Die Gänsehirtin am Brunnen

2005 – Der gestiefelte Kater

2004 – Pinocchio

Die Theaterplanungen beginnen stets vor den Sommerferien mit der Auswahl des jeweiligen Stückes; unmittelbar nach den Sommerferien werden die Schauspieler/innen gesucht und gewonnen. In der Zeit von Oktober bis Februar finden die ersten Proben am Nachmittag in der Schule statt; dabei entwickeln sich sowohl die Ideen für die Kostüme wie für das Bühnenbild und die technischen Herausforderungen. Etwa zwei Wochen vor der großen Theateraufführung am Freitagabend wird im Bürgerhaus im Klostergarten geprobt, in der Theaterwoche finden dann vormittags „Generalproben“ statt, zu denen Schüler/innen und Schüler der Grund- und Hauptschulen im Einzugsbereich der Realschule Seelbach eingeladen werden. Für die Klassen 5 bis 7 bzw. 8 der Realschule werden ebenfalls Aufführungen angeboten; der Unterricht in den Prüfungsklassen soll von dem Theaterspiel möglichst nicht tangiert werden.

Durch die Aufführungen am Vormittag kommen ca. 1000 bis 1200 Schüler/innen in das Theaterspiel; die Aufführung am Freitagabend findet im oft überfüllten Bürgerhaus vor rund 350 bis 400 interessierten Besuchern (nicht nur Eltern) statt. Die Theateraufführungen werden dokumentiert (früher über VHS-Video, heute auf DVD) und stehen somit auch später zur Verfügung.    …